Bauen, ohne die Bewohner zu vergessen

Wie lässt sich die enorme Herausforderung im Bau- und Dämmungsbereich mit immer höheren ökologischen Ansprüchen vereinbaren? Von seinem Hauptstandort in Vierlingsbeek aus entwickelt und produziert Vivara Pro Lösungen, die verhindern, dass Vögel, Fledermäuse und geschützte Arten aus unserer bebauten Umwelt verschwinden. „Wir sind eigentlich das Bindeglied zwischen Bauunternehmen, Kommunen, Architekten und Naturschutzorganisationen“, sagt Frank Peeters, kaufmännischer Berater für Ökologie und Biodiversität.

Ökologische Ziele in praktische
Lösungen für das Bauwesen und den öffentlichen Raum umsetzen

Die Nachfrage nach Nistmöglichkeiten steigt rapide an. Häuser werden gedämmt und Neubauten sind hermetisch abgedichtet, wodurch Öffnungen in Stoßfugen,
Hohlräumen und Dachrandziegeln verschwinden. Für in Gebäuden lebende Arten bleibt so immer weniger Platz übrig. Ausgleichs- und Schutzmaßnahmen werden daher immer häufiger zu einem festen Bestandteil von Bauprojekten.

Um dieser wachsenden Nachfrage gerecht zu werden, behält Vivara Pro die Entwicklung und Produktion in eigener Regie, mit Produktionsstandorten in den Niederlanden, Polen und Litauen. Der Kundenstamm reicht von Kommunen und Wasserverbänden bis hin zu Bauunternehmen und Ferienparks. Qualität steht im Produktionsprozess weiterhin an erster Stelle: „Alle unsere Nistvorrichtungen werden aus Holzbeton mit FSC®-zertifizierten Holzspänen hergestellt und strengen Tests unterzogen“, so Peeters.

Foto des IP HO 02 Insektenhotels in der Natur

Mehr als nur Nistkästen

Die Grundlage von Vivara Pro bilden Nistmöglichkeiten für in Gebäuden lebende Arten wie Haussperlinge, Mauersegler und verschiedene Fledermausarten. Doch ein Nistkasten allein reicht nicht aus. „Für eine erfolgreiche Nistmöglichkeit ist ein gesunder Lebensraum eine Grundvoraussetzung“, sagt Peeters.

Deshalb arbeitet das Unternehmen intensiv mit Naturschutzorganisationen wie dem niederländischen Vogelschutzverband und dem niederländischen Säugetierverband sowie mit Artenspezialisten zusammen. Deren Wissen bildet die Grundlage für neue, praxisorientierte Lösungen. Das Ergebnis ist eine breite Palette an Nistkästen, von Einbaukästen über Sommerquartiere und Brutkolonien bis hin zu Kästen auf Pfählen. „Vielfalt ist entscheidend“, so Peeters. „Je besser man auf eine Art eingeht, desto größer ist die Erfolgschance.“ Aus dieser ganzheitlichen Sichtweise heraus wuchs auch das Angebot an Fassadenbegrünung, Insektenhotels, Uferschwalbenwänden, Amphibientreppen und einheimischen Pflanzen.

Foto von Frank Peeters von Vivara Pro

Foto von Frank Peeters, kaufmännischer Berater für Ökologie und Biodiversität bei Vivara Pro

Artengerechtes Design

Anhand von Bauplänen und Umweltgutachten legt Vivara Pro bei Neubauprojekten fest, welche Einrichtungen erforderlich sind und wo diese angebracht werden sollen. Dabei spielen die Sonneneinstrahlung, die vorhandenen Arten und die Fassadenverkleidung eine Rolle. „Bei den Vorreitern der Baubranche sind diese Einrichtungen oft bereits in den Bauplänen berücksichtigt. Dann ist es nur noch eine Frage der Platzierung, und fertig.“

Peeters lobt die Rolle der Baubranche, in der große Bauunternehmen Biodiversität immer häufiger freiwillig in ihre Entwürfe einbeziehen. „Ich höre manchmal, dass Projekte zurück an den Reißbrett gehen, wenn naturintegrative Maßnahmen fehlen. Die Niederlande sind dabei absoluter Vorreiter.“

Technologie als Beschleuniger

Die Welt des naturinklusiven Bauens verändert sich rasch, stellt Peeters fest. So hat beispielsweise die Einführung des Artenmanagementplans (SMP) die Art und Weise, wie ökologische Untersuchungen durchgeführt werden, grundlegend verändert. Durch gebietsbezogene Untersuchungen zu Aufenthaltsorten und Flugwegen ist eine Untersuchung für jedes einzelne Wohnhaus nicht mehr erforderlich. Das macht die Umsetzung von Nachhaltigkeitsmaßnahmen für Anwohner und Gemeinden wesentlich einfacher.

Gleichzeitig setzt Vivara Pro selbst stark auf technologische Entwicklung. Mithilfe von Sensoren, intelligenten Kameras und KI-Erkennung werden weit verbreitete Arten automatisch erfasst. „Ökologen müssen dadurch weniger Zeit für langwierige Felderhebungen zu Standardarten aufwenden und können sich stattdessen auf die seltenen Arten konzentrieren.“ Dank dieser Überwachungstechnologie kann das Unternehmen inzwischen auch selbst SMP-Untersuchungen durchführen.

Für in Gebäuden lebende Arten waren die Ritzen und Löcher in unseren Häusern einst ideale Verstecke. „Aber das ist keine Option mehr“, sagt Peeters. „Dann muss man für gute Alternativen sorgen.“ Mit einer Vielfalt an Aufenthaltsorten und einem Lebensraum, der dazu passt. Denn letztendlich dreht sich alles um Zusammenhalt.

Dieser Artikel ist ein redaktioneller Beitrag, der in Zusammenarbeit mit Greenpro verfasst wurde.

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